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HOCHSCHULE DER BILDENDEN KÜNSTE ATHEN
STAATLICHE AKADEMIE DER BILDENDEN KÜNSTE STUTTGART

INTERNATIONALER KONGRESS

 

DAS BAUHAUS UND GRIECHENLAND
DIE NEUE IDEE DER SYNTHESE IN KUNST UND ARCHITEKTUR

 

BENAKI MUSEUM (PIRAEUS STRAßE)
30. MAI – 1. JUNI 2019

 

Internationaler Kongress anlässlich des 100. Jubiläums der Bauhaus-Gründung, Athen,     Mai/Juni 2019

— 65 Gäste aus dem In- und Ausland tragen zur Rezeption des Bauhauses in Griechenland und in anderen Ländern vor und nach dem Zweiten Weltkrieg vor.

— Als musikalischer Ausklang der Kongresstage werden die Avantgardekonzerte anlässlich der ersten großen Bauhausaustellung in Weimar im Jahre 1923 wiederaufgeführt.

— Buchvernissage zur Neuedition von Neue Schulbauten (1938), der wichtigsten Publikation zur modernen griechischen Architektur der 1930er Jahre.

 

PRESSEMITTEILUNG

Anlässlich des 100. Jubiläums seit Gründung des Bauhauses in Weimar organisieren die Hochschule der Bildenden Künste Athen und die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart einen Internationalen Kongress mit dem Titel Das Bauhaus und Griechenland: Die neue Idee der Synthese in Kunst und Architektur. Der Kongress wird am Benaki Museum am 30. Mai – 1. Juni 2019 stattfinden.

Das 100. Bauhaus-Jubiläum, dieser für die Künste, die Architektur und die Kunstpädagogik so wichtige Anlass, bietet den Rahmen für zahlreiche Festveranstaltungen weltweit. Das Bauhaus entstand im Jahre 1919 auf den Trümmern des Ersten Weltkrieges und unter den dramatischen Bedingungen der Weimarer Republik, die genauso wie das Bauhaus bis zur Nazidiktatur im Jahre 1933 am Leben blieb. Das Bauhaus ist daher eine einmalige, nicht wiederholbare pädagogische und kulturelle Erfahrung der europäischen Zwischenkriegszeit. In den 14 Jahren ihrer wechselvollen Geschichte trug die Schule entscheidend zur Ausformung künstlerischer und ästhetischer Orientierungen im 20. Jahrhundert bei und bildet als „klassische“ Variante unserer modernen Tradition einen grundlegenden Referenzpunkt bis zu unseren Tagen. Das Bauhaus war aber nicht allein eine Denkschule der Industriegestaltung und Produktion sowie der Herausbildung eines „Maschinenstils“, sondern bildete den Rahmen zur Entfaltung multipler weltanschaulicher Ansätze und politischer Orientierungen mit Blick auf die Herstellung einer neuen sozialen Einheit, die sich in einem neuen Humanismus verdichten würde. Das Bauhaus war kein einziges, sondern viele, daher auch seine Nachwirkung als Bezugspunkt und Quelle des Studiums und der Inspiration.

Dies ist gleichsam der Hauptbeweggrund des Athener Kongresses. Zwei Themen werden in den drei Sitzungstagen behandelt: Einerseits die Bauhausrezeption in Griechenland und in anderen Ländern vor und nach dem Zweiten Weltkrieg. Für den Spezialfall Griechenland werden die Einflüsse der modernen europäischen Kultur auf die Künste, die Architektur und die Kunstpädagogik während dieser Perioden erörtert. Andererseits wird auf andere internationale Initiativen eingegangen, die sich mittelbar oder unmittelbar auf das Bauhaus beriefen oder gar sich dessen Neugründung zum Ziel setzten, so das Projekt Mendelsohns, Wijdevelds und Ozenfants zur Gründung einer Mittelmeerakademie, das Black Mountain College in North Carolina, das New Bauhaus in Chicago, die „Weiße Stadt“ Tel Avis, die Hochschule für Gestaltung in Ulm u.a.

Etwa 65 Kongressteilnehmerinnen und -teilnehmer aus dem In- und Ausland werden zu diesen Themen beitragen. Geladene Gäste aus dem Bereich der Kunst- und Architekturgeschichte werden den Charakter und die Bedeutung von weniger bekannten Aspekten der Bauhausgeschichte thematisieren.

Hervorzuheben wären aber weitere Events im Rahmen des Athener Bauhaus-Jubiläums. Im August 1923 fanden im Rahmen der ersten großen Bauhausausstellung in Weimar zwei Musikkonzerte mit Werken moderner „klassischer“ Musik avantgardistischer Komponisten der Zeit wie Ernst Krenek, Paul Hindemith, Ferruccio Busoni und Igor Stravinsky statt. Es handelte sich um ein sozusagen musikalisches Pendant des Bauhauses am Beispiel einer Musik, die etwas später als “entartet” gebrandmarkt werden würde. Diese Konzerte werden nun erneut dargeboten nämlich als musikalische Abendaufführungen im Benaki-Museum als Ausklang der jeweiligen Kongresstage. Der letzte Abend wird der Jazz-Musik jener Zeit gewidmet sein, die bekanntlich zu den musikalischen Vorlieben am Bauhaus gehörte. Künstlerisch Verantwortlicher der Athener Bauhausabende ist der Dirigent George Petrou. Die Konzerte werden mit der Unterstützung der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Athen und der Schwarz Foundation realisiert.

Der “griechische Beitrag” zum Athener Kongress wird abgerundet mit der Neuedition der wichtigsten Publikation der Zwischenkriegszeit zur modernen griechischen Architektur. Es handelt sich um den nunmehr legendären, äußerst raren Band Neue Schulbauten, eine Dokumentation der weithin als “Schulen Papandreous” der zweiten Venizelos-Regierungszeit (1928-1932) bekannten Bauten, die 1938 Patroklos Karantinos herausgab. Diese über das ganze Land verteilten Schulen, an denen mehrere Generationen von Schülern ausgebildet wurden, bilden das klarste und aufschlussreichste Zeugnis des Wunsches nach Modernisierung und der Intensität mit der in Griechenland der 1930er Jahre die Botschaften der modernen europäischen architektonischen Kultur einverleibt wurden. Der Band wird von Kapon Verlag redaktionell betreut und für seine Herausgabe wird ausschließlich von der Stavros Niarchos Foundation gespendet.

Zu erwarten ist ein dreitägiges intensives, facettenreiches Festprogramm mit wissenschaftlichen, editorischen und künstlerischen Aspekten, ein der überragenden Bedeutung des Anlasses gebührender Beitrag.

 

Idee, Organisation und Durchführung des Kongresses:

Andreas Giacumacatos, Professor für Geschichte, Kritik und Theorie der Architektur an der Abteilung für Geschichte und Theorie der Architektur der Hochschule der Bildenden Künste Athen, +30.6936829868, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Sokratis Georgiadis, Professor a.D. für Geschichte der Architektur und des Designs an der Fachgruppe Architektur der Staatlichen Architektur der Bildenden Künste Stuttgart, +49.1729966563, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Allgemeine Informationen zum Kongress: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

  • Sprachen des Kongresses: griechisch und englisch mit Simultanübersetzung.
  • Die Teilnahme am Kongress ist frei, eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.

 

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-Die Zusendung der fertigen Konferenzbeiträge (bis 4500 Wörter inkl. Fußnoten, max. 8 Bilder) erwarten wir bis Freitag 17.05.2019.

-Die Vorträge sollen eine maximale Dauer von 17-20 Minuten nicht überschreiten.

 

 

1. Mitteilung Dezember 2017

Die Hochschule der Bildenden Künste Athen und die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart organisieren anlässlich des 100. Jubiläums seit Gründung des Bauhauses in Weimar einen Internationalen Kongress mit dem Titel „Das Bauhaus und Griechenland“. Der Kongress wird vom 30. Mai bis 1. Juni 2019 in Athen stattfinden.

Das Bauhaus, die wichtigste Kunstschule und Motor der Modernität im 20. Jahrhundert war Ergebnis einer Reihe konvergierender historischer Umstände nach dem 1. Weltkrieg, so der Krise der Wirtschaftsstrukturen der europäischen bürgerlichen Demokratien, der Suche nach alternativen Sichtweisen bei der Befriedigung kollektiver Bedürfnisse, der Loslösung von historischen Bindungen unter dem radikalen Druck seitens der historischen Kunstavantgarden. Darüber hinaus war die Gründung des Bauhauses eng mit den beonderen Nachkriegsbedingungen Deutschlands verknüpft. Eine wichtige Rolle spielten dabei die schwerwiegenden Auswirkungen der traumatischen Erfahrung des Krieges und des von der massenhaften industriellen Vernichtung von Millionen Menschenleben verursachten Horrors, das Gefühl der nationalen Demütigung wegen der Kriegsniederlage und der wirtschaftliche, politische und kulturelle Zusammenbuch des Reichs. Das Bauhaus als kulturelles Versprechen war ebenso verwoben mit den von der Gründung der ersten Demokratie auf deutschem Boden, der Weimarer Republik, ausgehenden Zukunftshoffnungen. Das gemeinsame Ende beider im Jahre 1933 stand im Zeichen der Machtübernahme der Nationalsozialisten.

Das Bauhaus schöpfte seine Ideen aus der Kultur der Arts and Crafts Bewegung und des Deutschen Werkbundes und zielte zunächst auf die Überbrückung der Kluft zwischen Kunst und Handwerk und später auf die Versöhnung zwischen Kunst und Industrie ab. Ferner ging es um die Verwirklichung der Idee einer Synthese auf vielfältiger Basis, einer Synthese als kulturelles Programm, einer Synthese der Form, einer Synthese der industriellen Produktion von Gegenständen des Massenkonsums mit der Qualität der authentischen künstlerischen Leistung. Zu diesem Zweck wurde zum ersten Mal die Zusammenarbeit von Künstlern, Architekten und Handwerkern ermöglicht und das Bauhaus erreichte gleich nach Kriegsende den Satus eines zentralen Bezugspunktes der künstlerischen Avantgarden und insbesondere der europäischen Modernen Bewegung. Wichtiges Ziel seines Gründers, Walter Gropius, war der internationale Charakter der Schule, was er durch die Berufung von Lehrern aus ganz Europa zu erreichen versuchte.

Griechenland erlebte zur selben Zeit die eigene Tragödie verursacht von der Katastrophe, in die der griechisch-türkische Krieg im Jahre 1922 mündete und vom Zusammenbruch der Großen Idee. Sie versetzte das Land in einen Zustand einer umfassenden Selbstschau zur Klärung von Fragen der Identität und der generellen Ausrichtung der nationalen kulturellen Produktion. Dies bedeutet nicht, dass in der Zeit davor die griechische Kultur gegenüber den von den europäischen Avantgarden ausgehenden Herausforderungen sich sonderlich offen und empfänglich gezeigt hätte. Die 1920er Jahre spielten aber eine Schlüsselrolle bei der Ausformung der nationalen kulturellen Physiognomie: mit der Lehre und dem Werk von Dimitris Pikionis, mit Fotis Kontoglou, Spyros Papaloukas, Manolis Kalomoiris, Aggeliki Hatjimichali, Aggelos Sikelianos und den von ihm initiierten Delphischen Festen. Erst in den 1930er Jahren erstarkte der Wille nach einem intensiven Austausch mit den europäischen Strömungen (mit Nikos Hadjikyriakos-Gikas, Nikos Eggonopoulos, Andreas Empeirikos, Nikos Skalkotas, Nikos Mitsakis und Patroklos Karantinos als Hauptakteuren). Davon gingen – insbesondere in den Künsten und der Architektur – entscheidende Impulse für die kulturelle Positionierung des Landes und für dessen kreative Selbstbestimmung im Rahmen eines internationalen Dialogs aus.

Der Kongress wird zwei allgemeine thematische Bereiche umfassen:
1 Die Bedeutung und die Wirkung des Bauhauses auf die Künste und die Architektur in Griechenland
2 Der Einfluss des Bauhauses in anderen Ländern im Vergleich und die künstlerische Ausbildung.

Die Bestimmung der Koordinaten der Bauhausrezeption in der griechischen Zwischenkriegszeit wird Gegenstand des ersten thematischen Bereichs sein. In diesem Zusammenhang werden die Auswirkungen der Bauhaus-Erfahrung auf das Werk griechischer Künstler, Architekten und Designer zur Sprache kommen. Die autochthone Produktion wird im Spiegel des Bauhauses betrachtet, um aus der Ermittlung möglicher Einflüsse das Verständnis für diese Produktion zu schärfen. Herausgestellt wird die Bedeutung des internationalen Austausches sowie der Präsenz griechischer Künstler und Architekten der damaligen Zeit auf internationaler Bühne. Angestrebt wird eine Neubewertung des „griechischen Beitrags“ zur europäischen Kultur der Zwischenkriegszeit und der Bedeutung des Erbes und des Mythos des Bauhauses für die Kunst und Architektur der Nachkriegszeit in Griechenland.

Der internationale thematische Bereich wird die Aufmerksamkeit auf die Bauhaus-Rezeption in verschiedenen Ländern vor und nach dem 2. Weltkrieg lenken. Die von der deutschen Bauhaus-Erfahrung (1919-1933) ausgehende Perspektive wird erweitert, um Ereignisse wie die 1938er Bauhaus-Ausstellung im MoMA in New York, das Projekt Mendelsohns, Wijdevelds und Ozenfants zur Gründung einer Mittelmeerakademie, die Gründung des Black Mountain College in North Carolina und des New Bauhaus in Chicago, die „Bauhaus“-Architektur in Tel Aviv, die Gründung der Hochschule für Gestaltung in Ulm und die Idee zu einem Imaginären Bauhaus im Kontext des Situationismus zu erfassen.

Der Kongress wird von Publikationen und weiteren Veranstaltungen zur Kultur des Bauhauses begleitet, die demnächst angekündigt werden.

 

• Allgemeine Konferenzinformationen: bauhaus2019.asfa.gr
• Abgabeadresse der Abstracts und Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

- Abstracts werden bis zum Freitag 25. Mai 2018 erwartet

 

Neuer Abgabetermin für Abstracts: 30. September 2018

Auf vielfach geäußerten Wunsch wird der Abgabetermin von Anmeldungen zum Kongress bis zum 30. September 2018 verlängert. Die Themenfelder und die Vorgaben für Anmeldung/Abstract bleiben unverändert; selbstverständlich behalten die bereits eingesandten Anmeldungen ihre Gültigkeit bei. 

 

Die Konferenzsprachen sind Griechisch und Englisch. Es wird simultan übersetzt.

Abstracts können in Griechisch oder Englisch eingereicht werden.

Kongressbeiträge mit doppelter Autorschaft sind zugelassen.

 

Die Akten des Kongresses werden publiziert.

Die Teilnahme am Kongress ist frei.

Die Teilnahme an der Konferenz erfordert keine vorherige Anmeldung.